
Department of Justice
So läuft ein Strafverfahren ab
Von der Festnahme bis zum Urteil, in einfacher Sprache. Englische Fachbegriffe sind erklärt und verlinkt.
Das Wichtigste in Kürze
- Sie dürfen schweigen und einen Anwalt verlangen. Ab diesem Satz endet die Befragung, bis er da ist.
- Vorführung vor den Haftrichter, gerechnet ab der Festnahme: keine Untersuchungshaft: Die Person kommt nach Festnahme und Erfassung frei. Der Haftrichter legt die Höhe der Kaution fest – wenn kein Termin zustande kommt, auch ohne Anhörung. Abweichung in San Andreas
- Über 90 % aller Verfahren enden mit einer Absprache, ohne Hauptverhandlung.
- Ein Anwalt steht Ihnen ab der Vernehmung zu. Wer keinen bezahlen kann, bekommt spätestens im ersten Gerichtstermin einen gestellt.
Der Ablauf
Sieben Stationen, dazwischen die Fristen von San Andreas; Abweichungen sind markiert. Unter jeder Station steht auf Knopfdruck, was für Beschuldigte gilt und ihre Rechte.
Station 1: Festnahme ()
Die Polizei nimmt eine Person auf frischer Tat oder aufgrund eines Haftbefehls () fest. Ab hier läuft das Verfahren.
Station 2: Gewahrsam und Aufnahme ()
Auf der Wache werden die Personalien aufgenommen. Danach legt die Polizei der Staatsanwaltschaft vor, was die Ermittlung ergeben hat.
Station 3: Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft (Filing of Charges)
Die Polizei klagt nicht selbst an. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob das Vorliegende eine Anklage trägt, und entscheidet: anklagen, zurückgeben oder einstellen.
Station 4: Haftrichter: Höhe der Kaution ()
Der erste Termin vor dem Richter. Der Beschuldigte erfährt, was ihm vorgeworfen wird, und erklärt sich zum ersten Mal dazu. Der Richter legt außerdem die Höhe der Kaution fest. In Haft bleibt niemand: Nach Festnahme und Erfassung ist der Beschuldigte bereits frei. Findet sich kein Termin, entscheidet der Richter auch ohne Anhörung schriftlich.
Frist bis zur Hauptverhandlung
Bei einem Verbrechen beginnt die Hauptverhandlung binnen 60 Tagen nach der Anklageverlesung auf die Anklageschrift, sonst ist das Verfahren einzustellen. Bei einem Vergehen sind es 30 Tage in Haft und 45 Tage auf freiem Fuß. Der Angeklagte kann auf die Frist verzichten.
Station 5: Hauptverhandlung (Trial)
Kommt keine Absprache () zustande, wird verhandelt. Die Geschworenen hören Anklage und Verteidigung an und entscheiden über schuldig oder nicht schuldig.
Station 6: Urteil ( and Sentencing)
Die Geschworenen entscheiden über die Schuld, und zwar einstimmig. Die Strafe legt der Richter allein fest.
Station 7: Rechtsmittel ()
Bei Verfahrens- oder Rechtsfehlern kann die Verteidigung den Fall vor ein höheres Gericht () bringen. Es verhandelt nicht neu, sondern prüft, ob richtig entschieden wurde.
Bei mehreren BeteiligtenEine Tat, eine Akte — und trotzdem jeder sein eigenes Verfahren.
Solange ermittelt wird, gibt es genau eine Akte. Alle, die vorkommen, hängen an ihr: Beschuldigte, Zeugen, Geschädigte. Erst wenn Anklage erhoben wird, trennt sich der Weg — und auch dann nur der vor Gericht.
Ermittlungsakte
26-01-08942
Überfall auf einen Laden am Vespucci Boulevard
- M. VasquezBeschuldigtbleibt in der Akte
- D. OkonkwoBeschuldigtbleibt in der Akte
- T. BrandtZeuginbleibt in der Akte
- R. LindqvistGeschädigterbleibt in der Akte
Beweise, Vernehmungsprotokolle und Tatortberichte liegen hier — alle in dieser einen Akte, egal wie viele Beteiligte es gibt.
Noch kein Verfahren
Solange ermittelt wird, gibt es kein Gericht und keine Gerichtsnummer. Es gibt nur die eine Ermittlungsakte.
Eine Tat, eine Akte. Alle Beteiligten hängen an ihr — mit ihrer Rolle, nicht mit einer eigenen Akte. Drücken Sie auf „Anklage erheben“, um zu sehen, was sich beim Gericht ändert.
Welche Paragraphen für eine Tat gelten, zeigt dir die Seite „Paragraphen finden“ des Department of Justice.
Die ausführliche Fassung für die Justiz zeigt alle Stationen mit Fristen, Fundstellen und den Rollen der Beteiligten.
Allgemeine Erklärung in vereinfachter Form, keine Rechtsberatung. Im Einzelfall entscheidet immer das Gericht.
